1. Gefährtentraining im Jahr 2018

Gefährtentraining 3.3.18

Während draußen bittere Kälte herrschte bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich, betraten am Samstagvormittag ein gutes Dutzend Karateenthusiasten eine geradezu absurd überheizte Turnhalle.

Wir alle waren angetreten, um voneinander und miteinander zu lernen. Dazu bietet das Gefährtentraining eine gute und vor allem seltene Möglichkeit, da mit Erreichen eines bestimmten Levels im Karate im Trainingsalltag eher das Weitergeben des bis dahin erworbenen Wissens und Könnens im Vordergrund steht.

Es waren drei Katas ausgewählt worden, die von je einem der Karateka unterrichtet wurden. Mit jeweils kurzen Trinkpausen zwischen den ca. 45 Minuten pro Kata ging es technisch anspruchsvoll durch Nijushiho, Kanku Sho und Meikyo. Auch für die entsprechenden Trainer war das Unterrichten mit Sicherheit eine ziemliche Herausforderung, zumal Jürgen mit Meikyo für den kurzfristig verhinderten Mike eingesprungen war. In kleinen Gruppen wurde immer wieder gegenseitig korrigiert und der Blick für grundlegende Dinge wie den richtigen Hüfteinsatz geschärft. Ausflüge ins Bunkai kamen ebenfalls nicht zu kurz.

Nach den Kataeinheiten wurde der Zahnschutz, sofern vorhanden, aus der Tasche gekramt und es ging mit Jiyu-Kumite weiter. In diesem Teil des Trainings wurde vor allem in Dreiergruppen gearbeitet und innerhalb der Gruppe immer durchgewechselt, wobei der Dritte im Bunde die Schiedsrichterrolle übernahm. Das Durchwechseln sorgt dafür, sich innerhalb kurzer Zeit auf neue Trainingspartner und damit verschiedene Herangehensweisen ans Kumite einstellen zu müssen. Das bietet einen exzellenten Lerneffekt, den man sonst im normalen Training zu Hausen seltenstenfalls hat. Manchmal tut Erkenntnis auch weh, aber dank der Umsicht aller Beteiligten blieben schwere Verletzungen glücklicherweise aus.

Im Anschluss an die Kumiteeinheit traten wir den Weg von der Turnhalle ins Dojo an. Dort wurden wir schon von Andreas mit Faszienrollen, Bällen und Gymnastikmatten erwartet, um unseren ermüdeten Muskeln und vor allem den Faszien noch etwas Gutes zu gönnen. Manch schmerzverzerrtes Gesicht zeugte von der Treffsicherheit, mit der Schmerzpunkte auf verschiedene Art und Weise behandelt wurden. Danach war der Gang in die Sauna mehr als verdient, und der Tag klang mit einer Auswertungsrunde bei hopfenhaltigen Kaltgetränken aus.

Für mich als Gefährtentrainingsnovizin kann ich nur feststellen, dass sich der Tag sehr gelohnt hat und ich wieder um manche Einsicht reicher nach Hause gefahren bin.

Oss, Antje

Veröffentlichung 5 Monaten her am · Direktlink