Lapinkaste 4

Lapinkaste 4

Wir schreiben das Jahr 2017 – Finnland verzeichnet 100 Jahre Unabhängigkeit und wir waren dabei!

Genau genommen ist es Sommer 2017 in Deutschland. Mitsommer oder wie die Finnen das Fest in der Mitte des Jahres nennen, Juhannus, liegt hinter uns und das Wetter weiß nicht so recht wie es sich gestalten soll. Wie alle zwei Jahre seit 2011 machen sich die Abenteuerlustigen des Bushido Dojo Berlin e.V. zu einer knapp 2000 km langen Odyssee gen Norden auf – Finnland ruft und wir antworten!

Die Anfahrt verläuft planmäßig und der Alltag verschwindet nebst Regenbögen, Ruinen und immer menschenleerer werdender Natur. Das Übernachten am Strand der schwedischen Ostsee ist ein Muss und beschreibt sehr schön den Übergang vom Stress zur Ausgeglichenheit – der größte Anteil der Strecke ist geschafft, das erste Feuer lodert, die Natur wird greifbarer und manch einer legt ab hier für die kommende Woche seine Schuhe und einige gesellschaftliche Zwänge ab. Doch schon hier fällt ein Detail deutlich auf – wo sind die Moskitos?

Die finnische Grenze passiert erwarten uns auch schon die ersten Rentiere (Elche sollten NOCH ausbleiben). Am Zielort Loma Vietonen angekommen gibt es den finalen Moskitotest – stehenbleiben und warten – doch nichts passiert. Bis auf wenige Ausnahmen sollte es für den gesamten Aufenthalt Mückenfrei bleiben – vielen Dank an dieser Stelle, Mutter Natur!

Unser Camp in diesem Jahr charakterisiert sich durch rote Holzhütten, die jeweils Platz für etwa 4-6 Personen bieten (und jeweils inklusive Sauna), einen Gemeinschaftsraum, einen Frühstücksraum (ja, finnisches Frühstück inklusive!), ein großes Saunahaus und einen Steg mit tollem Seepanorama, sowie einen Strand.

Neben dem Karate- (und Kickbox-) training für Freiwillige bietet Lapinkaste 4 wieder einmal tolle Möglichkeiten sich in der Natur zu bewegen, sei es auf dem Rad, zu Fuß oder im oder auf dem Wasser beim Bootfahren oder Stand-Up-Paddling. Außerdem gibt immer mal wieder die Möglichkeit die „hauseigenen“ Rentiere aus nächster Nähe zu betrachten (Mutter, Vater, Kind). Es wurde auch dieses Jahr wieder einmal viel geangelt, auch wenn es erst einer netten finnischen Schamanendame bedurfte, bis die ersten Fische in essbarer Größer bissen. Auch wenn sich jeder beschäftigen konnte wie es ihm beliebte (Ausflüge in die Stadt, Wanderungen durch die umliegende Natur, usw.) kam der Gemeinschaftssinn nicht zu kurz. Gegessen wurde stets zusammen, die Abende verbrachte man in der Sauna, beim gemeinsamen spielen, tanzen und trinken (nur Seewasser). Als Highlights für die Gruppe standen zwei Wanderungen auf dem Plan. Eine etwas kürzere Wanderung führte uns auf den Berg Eeron Polku, um dort die Mitternachtssonne zu erhaschen – hat leider nicht geklappt, da die Wolken nicht verschwinden wollten, dennoch war es ein geselliger Abend am Feuer mit einem tollen Blick über die finnischen Wälder. Die zweite Wanderung führte uns zunächst mit dem Auto 180km weiter gen Norden. Dort, in Äkäslompolo, erwartete uns mit knapp 550m Höhe ein etwas höherer Berg mit tollem Ausblick bei wolkenfreier Sicht. Ein weiteres Highlight für alle war die diesjährige Rauchsauna (Savusauna). Zusätzlich zum rußigem Schwitzvergnügen konnte man in einer großen Grillhütte die finnischen Würstchen (Makkara) grillen und beisammen sein, den See genießen oder aber auch (und das war neu!) in einem riesigen Fass gekocht werden – ein unbeschreiblich schöner Abend.

Die Woche flog so dahin und leider war auch der letzte Abend irgendwann gekommen. Die größte Rückreisegruppe machte sich nicht wie zunächst geplant morgens auf die Socken, sondern beschloss schon nachts loszufahren, um so am nächsten Tag noch etwas mehr Tageslicht in Schweden zu haben. Dieser Plan sollte sich für einige Rückreisende dieser Gruppe als brillant herausstellen. Die schon erwähnten Elche sollten in der Woche, die wir uns in Finnland befanden komplett ausbleiben, wir taten uns aber mit den reichlichen Rentieren auch zufrieden. Die nächtliche Rückfahrt bescherte uns dann aber doch Elche und so zählten und zählten wir und waren nach Sonnenaufgang, den die Elche als Signal zum Zurückziehen nutzen, bei insgesamt 8 Elchen, die wir aus dem fahrenden Untersätzen heraus zählen konnten – alles richtiggemacht. Für den Rest der Lapinkaste 4 – Reisenden ging das Abenteuer noch weiter, einige erwanderten Finnland weiter und wieder andere machten sich auf schwedisches Lappland zu erkunden.

Noch einmal vielen Dank an Mutter Natur für viele schöne Augenweiden, vielen Dank an alle Lapinkaste 4 -Teilnehmer, und vor allem vielen Dank an die Reiseverleiter – es war wieder einmal ein lohnenswerter und wundervoller Ausflug in die nördlichen Gefilde Finnlands.

 

Kiitos, sinä piereskelevä persereikä! (Übersetzen auf eigene Gefahr)

Sportliche Grüße Jakob

 

Veröffentlichung 1 Jahr her am · Direktlink