über die Bunkai zur Kata

Und Schwupps…. schon ist der erste Lehrgang in diesem Jahr auch schon wieder vorbei.

Einen ganzen Tag lang widmeten sich groß und klein dem Gebiet der Kata unter der Leitung von vier ausgewählten Trainern. Zur Abwechslung begannen diesmal die höher Graduierten (denen dadurch leider der Schönheitsschlaf ein wenig gekürzt wurde….) wahlweise mit der Bassai Dai oder der Chinte. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Entweder die Festung stürmen mit Sensei René oder die Vitalpunkte (Auge/Nase/Rippen) mit Sensei Jürgen bearbeiten. Da ich mich selbst auf meine Stunde seelisch vorbereitete, kann ich zum vertieften Inhalt dieser beiden Einheiten nicht viel berichten, außer dass alle Karatekas den Ablauf verinnerlicht haben und recht ausgepowert in die kurze Pause gingen.

Nach 15 Minuten an der Energie-Ladestation ging es mit einer unerwartet großen Runde an die Tekki Shodan. Herzlichen Glückwunsch… hier brauchte man sich gar nicht so viele Orientierungspunkte suchen, da wir uns nur auf einer Linie entweder nach links oder nach rechts bewegten. Und das Ganze auch nur in einer Stellung….. der Kiba- Dachi… was? Der Kirsch- Bananen- Stellung?! Nein heute mal auf „karatisch“: die Reiterstellung. Also rauf aufs Pferd. Oberschenkel schön nach außen spannen und den Körperschwerpunkt in der Mitte halten… ah das danken die Oberschenkel- und Pomuskeln. Wer sich einen schön gemütlichen Ausritt vorstellt, der ist auf dem falschen Weg unterwegs. Nach einem kleinen Aufwärm- Übungsausritt ging es auch schon los mit den Partnerübungen. Mit den Handballen einen Schlag unters Kinn, einmal das Knie hoch anreißen, elegant den Kopf einklemmen und dann als Dankeschön einen Empi auf die Nieren, Rippen oder das Rückgrat.

Da soll sich noch einmal einer trauen, in meine Wohlfühl/Abstandszone zu kommen. Ja leider hat sich doch tatsächlich ein weiterer imaginärer Feind dies getraut. Also wieder den Angriff abblocken und das nächste „Geschenk“ mittels einem Kagi- Zuki verteilen. Kurz durchatmen und den nächsten „Wüstling“ in die Flucht vertreiben. Ein kurzer Block von innen nach außen, schnell ein Zuki auf das gegnerische Kinn oder Brustbein, fast gleichzeitig den zweiten Angriff abblocken und als „Schmankel“ noch ein Schlag auf die Nase.

So jetzt ist aber mal gut. Nicht ganz, die „Feinde“ ließen zwar ein wenig von den oberen Angriffen ab, jedoch benutzten sie stattdessen ihre Beine. Wenn es mit den Fäusten nicht so recht klappt, dann probieren sie es mit einer großen Fußfege, um mich aus dem Gleichgewicht zu bringen,… diese Schw… Hunde. Ich wehre diesen hinterhältigen Angriff gekonnt ab, indem ich mein Bein einfach schnell wegziehe und zum doppelt unterstützten mit all meiner Kraft, die ich besitze, großen „Schubbser“ die Belagerung endgültig zu beenden. Geschafft, denkt sich der ein oder andere. Aber ganz so einfach ist die Tekki Shodan dann doch nicht. Denn dieses Szenario war nur der Anfang, denn es folgte alles komplett seitenverkehrt. Na gut dann eben auch diese Feinde noch bekämpfen. Aber auch das haben alle Karatekas prima hingekriegt und gingen nach 1 1/2 Stunden in die verdiente 15minütige Pause.

Auf dem vorletzten Programmpunkt eigneten sich die ganz kleinen und/oder  niedriggraduierten Karatekas unter Anleitung von Sensei Jürgen die Heian Yondan an. Hochkonzentriert bei den Partnerübungen und mit viel Elan bei einigen Auflockerungen kämpften sie sich geschlagene 90 Minuten ebenfalls durch die „Landschaft des Bösen“.

Ich meinerseits versuchte mich im Üben von Stockabwehr- Techniken sowie elegant aussehenden zu Boden bringende Hebeltechniken aus der Kata Kanku Sho bei  Sensei Dirk.

Der krönende Tagesabschluss war ein klitzekleines Kata- Turnier. Sinn dieses ist es, einfach mal sich zu testen, wie man mit ein klein wenig Stress und unter Beobachtung sein Kata- Wissen abrufen kann. Leider wurde dies nur von wenigen Interessierten genutzt. Denjenigen vielen Dank für euren Mut und Einsatz. Apropos Einsatz. Danke an Christine für das fleißige Nahrungsmittel dekorieren, danke an meine Kinder, die am Nahrungsmittelausschank geholfen haben. Sowie danke an meine Schwiegermama Elke, die ebenfalls uns unterstützt hat. So wird ein solch Samstag- Vergnügen doch glatt eine Familienaktivität und kann Hobby und Familie prima verbinden.

 

Oss Sensei Jessi

Veröffentlichung 4 Monaten her am · Direktlink