Ippon-Januar-Lehrgang

Getreu dem Motto, dass es nicht drauf ankomme, wie man zwischen Weihnachten und Neujahr trainiert, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten, gab es zum mittlerweile 29. Mal vom 03.01. bis 07.01. die Intensiv-Januarwoche bei Sensei Risto Kiiskilä. Diesmal trafen sich die knapp vierzig Karateka aber nicht wie gewohnt im Dojo in Frankfurt/Main, sondern im Tomogara Sportzentrum in Kamenz/Sachsen. Der Teilnehmerkreis war groß, neben Berlin, Halle, Leipzig, Dresden, Göttingen, Annaberg-Buchholz hatten die weiteste Anreise Hamburg und die Freiburger Gefährten. Optimale Trainingsbedingungen und eine großartige Rundum-Versorgung des Teams vor Ort hielten die Trainingsmotivation bei allen Beteiligten über die Tage sehr weit oben.

Die Tage begannen neun Uhr mit Yoga und Gymnastik, dann ein in zwei Gruppen aufgeteiltes und von den Danträgern selbstorganisiertes Kata-Training, an das sich die erste Trainingseinheit mit Sensei Risto anschloss. Die Gruppen waren eingeteilt in Braungurte inklusive erster Dan sowie ab dem zweiten Dan, was sich in den unterschiedlichen Einheiten als sehr sinnvoll herauskristallisierte. Während der ersten Einheit gab es jeweils für die zweite Gruppe ein individuelles Training, das wechselte sich dann ab. Den Trainingstag beendete am Nachmittag eine gemeinsame Einheit, Raum blieb im Anschluss für individuelles Training. Für alle war es ein physisch wie psychisch fordernder Jahresauftakt, der im Kern Fragen der Dynamik, der Verbindung von Technik und Bewegung sowie der Kraftübertragung beinhaltete. Das sind bei Sensei Risto keine neuen Ansätze, dies muss jedoch immer wieder bewusst gemacht und trainiert werden. Ristos scharfes Auge für Fehler und fehleranfällige Techniken sowie sein methodisches Gespür, diese Fehler recht schnell beheben zu können, machten die intensiven Trainingseinheiten zu einem lehrreichen Gewinn für die Beteiligten. Denn im Partnertraining ging es eben auch darum, beim Partner Fehler zu sehen und benennen zu können, wer das nicht könne, der habe die Technik noch nicht verstanden. Kata-Schwerpunkte waren unter anderem Bassai Sho, Sochin, Bassai Dai, Meikyo und Goju Shiho Sho, so hatte jeder die Möglichkeit, an den eigenen Baustellen zu arbeiten. Zentral bei allen Katas wird in der Auseinandersetzung mehr und mehr die Frage nach den Übergängen, wie gestaltet man allgemein richtig und individuell den Weg von einer Technik zur nächsten.

Der Weg zur Entspannung führte geradewegs in eine der beiden hauseigenen Saunen, dort konnte weiter diskutiert werden, auch die Versorgung über den Tag und am Abend war durch Team Tomogara „olympiaverdächtig organisiert“ (Th. Frommer). Von daher ein ganz herzliches Dankesschön an Kamenz für die umsorgende Wohlfühlorganisation und Sensei Risto für die im Training vermittelten Vorsätze für das nun folgende Jahr.

Autor
Tom  Wilke

Veröffentlichung 6 Monaten her am · Direktlink